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Wohnen im Haus „Bergamotte“ in Wriezen

Bild zum Thema Wohnen im Haus „Bergamotte“ in Wriezen
In Wriezen gibt es seit 5 Jahren eine Kombination von Betreutem Wohnen und Tagespflege im Haus "Bergamotte" in Wriezen, die sich sehr bewährt hat. Der Bedarf in der Region für solche Angebote ist groß. In den oft weit entfernten Häusern im Oderbruch wächst die Einsamkeit. Einschränkungen im hohen Alter nehmen zu und erschweren die Bewältigung des Alltags. Die Angehörigen sind nicht selten überlastet, sie suchen nach Alternativen. Die engagierten Mitarbeiter vom Diakonischen Werk Oderland-Spree e.V. spüren das seit langem und suchen nach guten Lösungen im ländlichen Raum. Ein leerstehendes Wohnhaus in der Frankfurter Straße in Wriezen war geeignet für ihre Pläne. Im Garten stand ein Birnbaum  - eine Bergamotte. So entstand der Name des Hauses, der mittlerweile gut bekannt ist.
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Hier ist ein Ort entstanden, an dem die alten Menschen gut betreut werden und nicht mehr allein sein müssen. Die sechs barrierefreien Wohnungen des Betreuten Wohnens, meist mit einem  Zimmer, Wohnküche und barrierefreier Dusche ausgestattet, waren schnell vermietet. Viele Wege kann man von hieraus gut meistern, auch mit dem Rollator - zur Apotheke, zum Arzt, zum Einkaufen oder in das "Plauderstübchen", dem Wriezener Seniorentreff. Die Bushaltestelle ist nicht weit. Ein schöner Hof, viel Grün - ruhig und sicher - lädt zum Verweilen ein. Selbstbestimmt leben, aber durch Notruf, regelmäßige Besuche und die Nähe des Pflege- und Betreuungspersonals auch gesichert im Notfall, das ist vielen wichtig, wenn sie noch einmal umziehen.

Durch die Verbindung mit der Tagespflege gibt es dazu jetzt vielfältige Möglichkeiten der Anregung und Kommunikation. Musik, Tanz, Bewegung aller Art, z.B. Sturzprävention, kleine Ausflüge, zusammen Basteln und Feiern. Aber auch das Mittagessen in Gemeinschaft gehört dazu.

Die freundlichen hellen Räume, anregend ausgestaltet mit vielen kreativen Ideen,  sind einladend. "In der Gesellschaft vergisst man die Sorgen", so beschreibt Liane Reuß, die Leiterin der Tagespflege, die täglich erlebte Situation. Am Anfang kommen die Besucher der Tagespflege meist nur an einem Tag in der Woche. Aber schnell wird es öfter, weil sie sich hier einfach wohl fühlen. Das ist für die Angehörigen sehr beruhigend. Die Menschen werden wieder "wacher und interessierter", als wenn sie den ganzen Tag allein zu Hause sind. Ca. 23 Besucher kommen am Tag ins Haus. Die Nachfrage wächst und mittlerweile sind viele solche Einrichtungen im Oderbruch entstanden. In den letzten fünf Jahren wurden 17.000 Tages-Plätze in der "Bergamotte" belegt. Das Erfolgsrezept des Teams unter Leitung von Frau Reuß ist die gute Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern und dabei vor allem mit der Sozialstation des Diakonischen Werkes OSL, die sowohl viele Tagesgäste als auch Bewohner rundum gut versorgt.
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Bei Beratungsbesuchen ist aber immer wieder spürbar, dass die Menschen zu wenige Informationen haben über Angebote, Finanzierungsmöglichkeiten und Vorzüge dieser Betreuungsformen. Hier ist Aufklärung nötig, so schätzt Frau Reuß ein. Auch die Bürokratie ist ein großes Hemmnis, weil sie zu viel Zeit kostet, die die Mitarbeiter lieber den alten Menschen widmen würden.  Gefragt sind in der Region auch weitere Betreuungsformen wie z.B. eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz und Angebote der Kurzzeitpflege.  

Das Unternehmen hat noch viele Pläne. Durch die enge Verwurzelung in der Region weiß man, was die Menschen hier brauchen und auch, was sie sich leisten können. Frau Reuß z.B. hat früher in der Landwirtschaft im Oderbruch gearbeitet, später umgeschult. Sie kennt die Mentalität der "Alten" gut und mit viel Energie, Ideen und Begeisterung schaffen sie, ihre Mitarbeiterinnen und Helfer gute Bedingungen für einen angenehmen Lebensabend.

Text und Foto: Akademie 2. Lebenshälfte 2015 

Eintrag vom 30.11.2015 unter »Praxisbeispiele: Service-Wohnen«
 
 
Ein Projekt des Fördervereins Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.V.