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Du gehst jetzt unter die Leute

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Was ist eigentlich wichtig, wenn man älter wird? Diese Frage hat sich Monika Dombrowski, Jahrgang 1950, früh gestellt. Das machen die Wenigsten. Die Töchter waren aus dem Haus, sie selbst früh in Rente und allein. „Das wird im Alter schlimmer, man kapselt sich ab.“ Auch die Tochter hat sie ermutigt. Also hat sie sich umgeschaut, was da so entsteht in ihrer Wahlheimat Wittstock.
Eigentlich kommt Frau Dombrowski aus Kyritz, aber durch ihre Arbeit im Krankenhaus ist sie nach Wittstock gekommen und lebt nun Jahrzehnte hier. Zuerst in einer Schwesterwohnung im Krankenhaus, später in einer großen Altbauwohnung bei privaten Vermietern. Hier wurden ihre zwei Töchter groß, die nun in Hamburg und bei Neuruppin wohnen. Enkel und Urenkel hat sie bereits. Auch wenn die Wohnung modernisiert wurde und eine gute Lage in der Stadt hatte, sie war ihr zu groß, die hohen Fenster, das war nicht so einfach. Frau Dombrowski ist es sehr wichtig, dass sie noch alles selbst schaffen kann, nicht abhängig ist.
Als sie erfuhr, dass die Siedlung Röbeler Vorstadt mit den ehemals zum Teil kleinen Offizierswohnungen saniert werden soll, war ihr klar, da will sie hin. Die Gegend gefiel ihr sehr, man wohnt nah am Wald. Von Anfang an war auch geplant, dass hier ein Club für die Bewohner entstehen soll, im der alten HO-Verkaufsstelle.
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Als sie vor zwei Jahren dann hinzog, so erzählt sie, wusste noch keiner, dass es mal so schön wird. Sie wollte an einen Ort, wo man in Kontakt kommt und wo sie bleiben kann bis ins hohe Alter. Die Wohnungen waren schnell vermietet, da musste man sich entscheiden. Auch wenn man wusste, hier wird saniert, während man dort wohnt. Beim Umzug war klar, dass die Dusche im Bad noch eingebaut werden muss. Die Terrasse ist erst vor einem Jahr fertig geworden. Das erfordert Geduld. Aber ihre Hoffnung war groß. Das wird schon, dachte sie sich, auch wenn immer wieder Baulärm um sie herum war. Irgendwie war es spannend, erinnert sie sich. Jetzt ist ihre Straße fertig und wunderschön, aber ein Stück weiter wird immer noch gebaut. Stück für Stück wird das gesamte Wohngebiet saniert- das „Wohngebiet im Wandel“, ein wichtiges Vorhaben im Stadtumbau Wittstocks.
Frau Dombrowski hat jetzt eine 3-Zimmerwohnung im Parterre mit 62 m² und 500 € Miete. Die Wohnung ist altersgerecht mit bodengleicher Dusche und einem neuen Heizungssystem, das schnell wärmt und trotzdem sparsam ist. Von ihrer Terrasse aus schaut sie auf die schönen Außenanlagen und die freundlich sanierten kleinen Häuserreihen. Auch das ist ein Lieblingsort geworden für sie. „Ich fühl mich, als ob ich im Urlaub wäre.“ Jeden Tag geht es mit dem Hund in den Wald. Mit Bus und Fahrrad fährt sie schnell in die Stadt, z.B. zum Markttag. Die Fahrradwege sind gut, das ist ebenfalls wichtig. Auch vor Ort ist die Kaufhalle gut erreichbar. „Das Wichtigste aber ist der Kontakt zu den Menschen, jemanden zum Reden“. Der Bewohnerclub nebenan, mit viel Herz und guten Ideen geführt durch die Volkssolidarität, ist ihr zweites Zuhause geworden. Fast jeden Tag ist sie hier. Man trifft sich, amüsiert sich bei Brettspielen, trinkt zusammen Kaffee und vor allem – man ist nicht allein. „Wir erzählen uns was, manche können so schön erzählen.“ Sie freut sich immer wieder darauf, macht bei Tagesfahrten mit, hilft, wenn es nötig ist. Zum Beispiel bei der Frauentagsfeier, jeder hat was mitgebracht. Das war so schön, schwärmt sie. Es gibt einen Stamm von Leuten, die wie sie ganz oft kommen. Da merkt man auch, dass jeder sich um den anderen sorgt. Wenn die Jalousien den ganzen Tag unten bleiben, wird nachgefragt. Das ist gut so, findet sie.
Natürlich gibt es auch noch Verbesserungsbedarf. Im Forum im Bewohnerclub wird sie das ansprechen, z.B. die Probleme mit dem Fahrrad, das sie nur schwer in den Keller bekommt und für das sie sich andere Unterstellmöglichkeiten wünscht. Auch die Wäscheplätze reichen nicht, findet sie. Für die Zukunft wünscht sie sich ein Freibad in der Nähe wie früher. Aber all das wären nur Zugaben zu ihrem Glück hier in dieser schönen Wohnanlage!
Eintrag vom 29.06.2017 unter »Praxisbeispiele: Normales Wohnen«
 
 
Ein Projekt des Fördervereins Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.V.