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Ich möchte Gemeinschaft und tue etwas dafür

Bild zum Thema Ich möchte Gemeinschaft und tue etwas dafür
Heide Thulke, Jahrgang 1940, Ketzin

Die Stationen sind vielfältig auf dem Weg zu der Wohnung, in der sich Frau Thulke heute sehr glücklich fühlt. Geboren wurde sie in der Bergarbeiterstadt Zwickau, lernte Maßschneiderin und später Facharbeiter für Datenverarbeitung. Ihre erste eigene Wohnung bekam sie 1961 jung verheiratet in Borna in der Nähe von Leipzig, im Hinterhaus und mit „Plumsklo“. Frau Thulke hatte als Schneiderin immer ein großes Interesse an allem Schönen, geschmackvoll, mit eigener Note. Das galt auch für den Anspruch an ihr Wohnen. So hat sie auch den kleinsten Raum damals einfallsreich gestaltet und das Beste daraus gemacht.
Gemeinsam mit ihrem Mann führte sie die Arbeit 1969 nach Ketzin ins Havelland, in die Fontane-Siedlung. In einer 4-Zimmerwohnung mit Balkon, erst Kachelofen, dann Gasheizung fühlte sie sich zu Hause. Hier wuchs ihre Tochter auf, hier fand die Familie gute Freunde. Frau Thulke arbeitete im Organisations- und Rechenzentrum der VVB Tierzucht in Paretz. Zwischendurch begleitete sie ihren Mann 3 Jahre nach Mocambique, auch das eine wichtige Erfahrung. Die Erinnerungen daran prägen bis heute ihre Wohnung.
Frau Thulke trat mit 60 Jahren in den Ruhestand, mit 64 wurde sie Witwe, seit diesem Zeitpunkt lebte sie allein in der 4-Raum-Wohnung, die sie mit Mann und Kind 1969 bezogen hatte. Ihre Tochter war seit 1989 schon wohnhaft in Berlin – was nun, wie sollte das Leben jetzt aussehen? Frau Thulke fand schnell ein neues Aufgabengebiet. Sie engagiert sich im Seniorenrat und da vor allem seit vielen Jahren auch für das Wohnen im Alter. Informationen, Fortbildung und viele Beratungsgespräche mit alten Menschen aus Ketzin und Umgebung haben sie selbst sensibilisiert.

Was war ihr persönlich eigentlich zu diesem Zeitpunkt wichtig?

&bdquo;Wenn ich einmal umziehe, dann m&ouml;glichst in meinen letzten Wohnsitz, da wo ich bleiben kann bis zum Schluss. Mitten in der Stadt, da, wo alles in der N&auml;he ist - die Bushaltestelle, das &Auml;rztehaus, die Gesch&auml;fte, die Apotheke, nicht weit von der Havel.&ldquo; Die Lage ist ein wichtiger, aber noch l&auml;ngst nicht das einzige Kriterium f&uuml;r ihre Wohnungssuche.<br />Frau Thulkes Freude am sch&ouml;nen Wohnen, am individuellen Gestalten ihres Lebensraumes pr&auml;gte auch ihre Erwartungen an eine neue Wohnung. Nicht so gew&ouml;hnlich und austauschbar, sondern besonders und gestaltbar. Und noch eins war ihr als aktivem Menschen sehr wichtig &ndash; sie w&uuml;nschte sich ein gutes Miteinander mit allen Generationen, nicht nur mit &bdquo;Alten&ldquo; leben. Auf keinen Fall ein Heim.
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Sie hat es gefunden, dieses optimale Wohnerleben im Alter und tut selbst sehr viel daf&uuml;r.<br />&bdquo;Gemeinschaftlich wohnen verbindet&ldquo; &ndash; so der Slogan der GWV Ketziner Wohnungsgesellschaft GmbH, mit der der Seniorenrat seit langem zusammenarbeitet. Im April 2016 wurde das durch die GWV neu gebaute Objekt f&uuml;r zukunftsf&auml;higes Wohnen er&ouml;ffnet. Ein Wohnhaus mit 20 Wohnungen mitten im Zentrum von Ketzin, &uuml;ber ein Treppenhaus und Laubeng&auml;nge erschlossen, unterkellert, mit Aufz&uuml;gen barrierefrei f&uuml;r alle, davon fast alles Zweiraumwohnungen, Fu&szlig;bodenheizung, Balkon oder Terrasse, bodentiefe Fenster und viele Besonderheiten bei der Energieeffizienz. Und Heide Thulke war eine der ersten, die hier ihre Wohnung bezogen hat.
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Hier gef&auml;llt ihr alles. &bdquo;Die Klarheit des Baus, der interessante Schnitt, schn&ouml;rkellos, sachlich sch&ouml;n&ldquo;. Die gro&szlig;z&uuml;gige Gestaltung des Bades mit der bodengleichen Dusche, die gro&szlig;en Fenster und trotzdem kein L&auml;rm, nat&uuml;rlich die Fu&szlig;bodenheizung und die gute Au&szlig;enl&uuml;ftung. Alles mit hohem Standard, das beeindruckt sie. Vom Bett aus kann sie den Himmel sehen. Die helle K&uuml;che ist schon ihr Lieblingsort geworden, geschmackvoll bis zu den gro&szlig;en Fliesen. All das entspricht ihren hohen Erwartungen an &bdquo;sch&ouml;nes Wohnen&ldquo;. Es ist alles seniorengerecht, aber keine Anlage nur f&uuml;r Senioren. Auch das entspricht ihren W&uuml;nschen.
Die Wohnungsgesellschaft hat durch den U-f&ouml;rmigen Bau eine Gemeinschaftsfl&auml;che im Innenhof geschaffen und mit B&auml;nken ausgestattet. Auch eine voll ausgestattete Show-K&uuml;che, die mietbar ist f&uuml;r alle B&uuml;rger Ketzins, befindet sich im Geb&auml;ude. Sie wurde eingeweiht durch einen Sternekoch und schon f&uuml;r mehrere Kochkurse genutzt. Viele M&ouml;glichkeiten, die das Miteinander f&ouml;rdern k&ouml;nnen!

Von allein passiert das dann aber trotzdem nicht.

Frau Thulkes Devise hei&szlig;t: &bdquo;Ich m&ouml;chte Gemeinschaft und tue etwas daf&uuml;r.&ldquo; Da auch Ihre Freundin sich f&uuml;r eine Wohnung in dem Geb&auml;ude entschieden hat und zeitgleich mit ihr umgezogen ist, haben beide die Initiative ergriffen. Gemeinsam sind sie losgezogen, um eine Willkommensparty auf die Beine zu stellen. An jeder T&uuml;r haben sie geklingelt. Keiner hat sie abgewiesen. Die meisten haben sich gefreut, dass sie jemand fragt. Das Treffen im Innenhof war ein voller Erfolg, fast alle waren da, haben sich vorgestellt und miteinander geredet. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Wohnungsgesellschaft Herr Kreutzer hat die Initiatoren voll unterst&uuml;tzt. Mittlerweile haben noch zwei Hoftreffen stattgefunden und im Dezember gab es eine Weihnachtsfeier. Viele Mieter haben sich aktiv beteiligt. &bdquo;Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.&ldquo;, sagt Frau Thulke und hofft, dass dieses Interesse erhalten bleibt, ohne gro&szlig;e Organisation, im lockeren Miteinander. Mal mit dem einen oder anderen ein Wort wechseln, sich k&uuml;mmern, mal nach dem Rechten schauen beim Nachbar, sich nicht einsam f&uuml;hlen &ndash; das macht das Leben auch im Alter angenehm.
Eintrag vom 21.12.2016 unter »Praxisbeispiele: Normales Wohnen«
 
 
Ein Projekt des Fördervereins Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.V.