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Assistenz-Tablet für Senioren - Spannendes Projekt in Gera

Für den Erhalt der Selbständigkeit und die eigene Sicherheit älterer Menschen kann ein Tablet sehr hilfreich sein. Was damit schon alles geht, zeigt ein vielbeachtetes Projekt in Gera. Dort können Senioren das Assistenz-System ein Jahr testen.
Die Wohnungsgesellschaft TAG Wohnen hat in ihrem Kundenzentrum in Gera – Lusan einen Schauraum für das Assistenzsystem BeHome eingerichtet. Hier läuft auch das Modellprojekt.
In dem größten Stadtteil Geras wohnen viele Mieter von Anfang an. Was sie so brauchen, das finden sie meist gleich um die Ecke. Aber die Bewohnerschaft wird immer älter und manches geht nicht mehr wie gewohnt. Das BeHome-Assistenzsystem soll helfen, auch im hohen Alter hier selbständig wohnen zu können.
Im Modellprojekt, das seit 2021 läuft, können Interessierte das System, zu dem auch als elektronisches Endgerät ein Tablet gehört, ein Jahr kostenfrei testen. Im Schauraum des TAG-Kundenzentrums kann man erfahren, was das System kann und wie man damit umgeht.
Viele Elemente gehören dazu – Sensoren, die für mehr Licht sorgen, wenn es nötig ist, Sensoren, die reagieren, wenn das Wasser übergelaufen ist oder die anzeigen, wenn sich lange in der Wohnung keiner mehr bewegt hat. Notrufknöpfe sind auf dem Bildschirm, aber auch an verschiedenen Stellen in der Wohnung und für den Arm vorhanden. Sie können nach einem Sturz für rasche Hilfe sorgen.
Das BeHome-System umfasst neben technischen Assistenzsystemen auch eine digitale Plattform, die Dienstleister sowie Ärzte und andere Gesundheitsdienstleistungen für den Nutzer bündelt. Über das BeHome-Tablet, das allen Nutzern zur Verfügung gestellt wird, finden sich neben der digitalen Plattform auch weitere Funktionen, die das Leben der Nutzer vereinfachen können. Das Tablet bietet z.B. eine Kalenderfunktion sowie die Möglichkeit zur Videotelefonie mit Freunden und Familie – gegebenenfalls sogar mit Ärzten aus der Umgebung. Auch einkaufen in der Apotheke oder in der Kaufhalle nebenan, ist damit möglich. Dazu gibt es Spiele und Wikipedia. Ein Rundum-Service, der für mehr Sicherheit sorgt, aber auch anregend wirkt und Kommunikation fördert.

Hemmschwellen überwinden

Nicht jedem Älteren ist der Umgang mit der Technik vertraut, es gibt Ängste, Hemmungen, Ablehnung. Durch das Modellprojekt kann man ausprobieren, ob das Angebot den Alltag bereichert bzw. erleichtert.
In Gera tragen zum Erfolg des Assistenzsystems mehrere Firmen, das Wohnungsunternehmen und die Stadt gemeinsam bei. Eingestiegen ist eine kleine Firma, die Tagesseminare anbietet. Die helfen über die Hemmschwelle beim Umgang mit digitaler Technik. Wer aber nach dem Seminar einen "Tablet-Führerschein" bekommt, der hat auch etwas für sein Selbstbewusstsein geschafft.

Positive Resonanz bei den Nutzern
Marian Riedel vom MDR hat Nutzer befragt und viel Zustimmung gehört. „Klaus Malischewski ist noch ziemlich fit. Aber die Sorge vor einem Sturz, die war schon vor einem Jahr groß. Deshalb war er der erste, der beim Projekt BeHome mitmachte. Der Vertrag hieß: Ein Jahr kostenlos, dann muss für das Servicepaket gezahlt werden. Darüber war sich auch Günther Nier im Klaren. Der 84jährige ist froh, noch nie den roten Knopf gebraucht zu haben. Aber klar, er behält das BeHome-Tablet auch, wenn es nun nach dem Probejahr etwas kostet. "29 Euro, das ist, sag ich mal, erschwinglich. Ich persönlich würde bis 50 Euro gehen. Das wäre bei mir die Grenze", meint der Senior.“
Mit diesem Gefühl sind fast alle Nutzer dabeigeblieben, als es um die kostenpflichtige Vertragsverlängerung ging.
„Gera@Home“ ist Teil des Projektes SMARTCity Gera. Im Rahmen dieses bundesweiten Projektes fördert Gera fortschrittliche Projekte, die zur digitalen Vernetzung von Bürgern, Dienstleistern und Institutionen in Gera beitragen. Und inzwischen wird BeHome auch in anderen Städten etabliert. Eisenach ist dabei, Sangerhausen und auch Salzgitter. In Gera wird inzwischen daran gearbeitet, dass per Tablet bestellte Lieferungen künftig von Transportrobotern bis zur Haustür geliefert werden. Das alles unterstützt die Stadt im Rahmen ihres Programms SMARTCity.

Den gesamten Bericht von Marian Riedel vom MDR vom 13.06.2022 können Sie hier nachlesen.
Eintrag vom 07.07.2022 unter »Aktuelles und Interessantes«
 
 
Ein Projekt des Fördervereins Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.V.